02.12.2019

Wie sich die Bürger und Firmen vor Einbrüchen schützen

Die Angst, Opfer von Diebstahl, Raub und ungebetenen Besuchern zu werden, ist in Deutschland groß. Allerdings unterscheiden sich private Haushalte und Firmen beim Wahrnehmen der Gefahren und bei den Schutzmaßnahmen deutlich.

(verpd) Der Schutz vor Einbrüchen hat bei Privatpersonen gegenüber den Unternehmern einen anderen Stellenwert. Während die privaten Bürger emotionale Schäden fürchten, sorgen sich Firmenchefs um finanzielle Einbußen. Entsprechend investieren Unternehmensinhaber auch mehr in Sicherheitstechnik und Prävention. Das zeigt eine Studie zum Sicherheitsempfinden der Deutschen.

 

Unternehmer schützen ihre Geschäftsflächen und Büroräume häufiger und besser vor Einbrüchen und Überfällen, als Privatpersonen für ihre eigenen vier Wände Vorsorge treffen. In Absicherung wird oft erst dann investiert, wenn es zu Vorfällen im Umfeld gekommen ist. Zu diesen Ergebnissen kommt die repräsentative „Studie zum Sicherheitsempfinden“, die das Marktforschungsinstitut Innofact AG im Auftrag eines Sicherheits-Dienstleisters durchgeführt hat.

 

Das Unternehmen wollte herausfinden, wie sicher sich die Bürger hierzulande im Alltag fühlen und was sie tun, um sich vor Einbruch, Diebstahl und Überfällen zu schützen. Dafür befragte das Marktforschungsinstitut online im März und April dieses Jahres 1.180 erwachsene Privatpersonen sowie 404 Unternehmer und Selbstständige.

 

Ängste bei Einbruchopfern sind größer

 

Die Angst vor einem Einbruch ist bei Privatpersonen und Unternehmer in etwa gleich hoch. So haben 30 Prozent der Privatpersonen und 32 Prozent der Firmeninhaber eine erhöhte, dagegen jeweils elf Prozent gar keine Angst vor einem Einbruch.

 

Bei Menschen, die bereits einen Einbruch erfahren haben, sieht es anderes aus: 46 Prozent der betroffenen Privatpersonen, aber nur 28 Prozent der betroffenen Unternehmer haben deutliche Angst vor einem weiteren Vorfall.

 

Und nur vier Prozent der Verbraucher, aber zwölf Prozent der Unternehmer, bei denen bereits einmal eingebrochen wurde, ängstigen sich überhaupt nicht mehr davor.

 

Unternehmer fürchten Vandalismus und Einbußen

 

42 Prozent der befragten Privatpersonen würden den emotionalen oder psychischen Schaden, der durch die Verletzung der Privatsphäre und des Sicherheitsgefühls zu Hause entstehen könnte, am meisten fürchten. Vor Vandalismus- und Einbruchschäden hätten 25 Prozent und vor Geldeinbußen durch die notwendigen Neuanschaffungen des gestohlenen oder zerstörten Hab und Guts 14 Prozent Angst.

 

Bei den Unternehmern fürchten sich dagegen nur 18 Prozent vor den eigenen emotionalen oder psychischen Folgen als Einbruchsopfer. Rund 29 Prozent der Selbstständigen und Freiberufler gaben allerdings an, dass Vandalismus und Einbruchschäden ihre größten Ängste sind.

 

Auch finanzielle Einbußen durch Neuanschaffungen bereiten den befragten Geschäftsleuten (23 Prozent) mehr Kopfzerbrechen als den Privatpersonen (14 Prozent). Und neun Prozent der Firmeninhaber fürchten einen Imageschaden infolge eines Einbruchs am meisten.

 

Mechanischer Schutz dominiert Prävention

 

Als Absicherung verwenden laut Studie Verbraucher am häufigsten Fenster- und Türsicherungen (29 Prozent). Auch Tresore oder Geheimfächer werden als Versteck und zum Schutz von Geld und Schmuck genutzt (24 Prozent). Auf Platz drei der Beliebtheitsskala von Sicherheitsvorkehrungen in den eigenen vier Wänden nennen die Befragten Hunde, die als Alarmanlage fungieren sollen (19 Prozent).

 

Mit dem Einsatz einer Alarmanlage könnte sich mehr als die Hälfte der befragten Wohnungsinhaber anfreunden (55 Prozent). Der Sicherheits- oder Wachdienst wird von der Mehrheit dieser Befragten eher ausgeschlossen (70 Prozent).

 

Welche sinnvollen Präventionsmaßnahmen es gibt, um das Einbruchsrisiko zu senken, enthalten die Websites der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes (www.k-einbruch.de) und der VdS Schadenverhütung GmbH (www.vds-home.de).

 

Betriebe nutzen Sicherheitstechnik

 

Geschäftsleute legen laut Umfrage mehr Wert auf Absicherung als Privatpersonen: Mehr als die Hälfte der Unternehmer nutzt bereits mechanische Fenster- und Türsicherungen (53 Prozent). Etwas weniger als die Hälfte (49 Prozent) hat Alarmanlagen im Einsatz. Tresore stehen in 46 Prozent der Firmen. Eine 24-Stunden-Liveüberwachung durch eine Alarmanlage mit Aufschaltung an eine Leitstelle setzt ein Drittel der Betriebsinhaber bereits ein. 42 Prozent können sich einen Einsatz künftig vorstellen.

 

Bei Firmen und Selbstständigen spielt die Absicherung von Hab und Gut laut Studienunterlagen eine größere Rolle als bei Privatpersonen. Die Mehrheit würde Sicherheitstechnik primär zur Sicherung und Überwachung von Geschäftsflächen, Lager- oder Büroräumen einsetzen (61 Prozent). Fast die Hälfte (45 Prozent) der befragten Geschäftsleute könnte sich zusätzlich vorstellen, Sicherheitstechnik zum Schutz des Personals der Kunden vor Überfällen einzusetzen. Die Sicherung von Außenbereichen oder Baustellen ist für 27 Prozent der Unternehmer wichtig.

 

Wie sich Firmen gegen Einbrecher schützen können, zeigt das Webportal der VdS Schadenverhütung GmbH. Von der Polizei gibt es für Firmen den kostenlos herunterladbaren Ratgeber „Schlechte Geschäfte für Einbrecher“.