02.12.2019

Den Christbaum sicher transportieren

Mittlerweile kann man einen Weihnachtsbaum sogar online bestellen und er wird direkt nach Hause geliefert. Wer seinen Baum lieber selber heraussuchen möchte, sollte beim Transport desselben einiges beachten, damit der Baum gut und sicher in den heimischen vier Wänden ankommt.

(verpd) Bei einem Unfall mit 50 Stundenkilometern wird aus einem wenige Kilogramm schweren Baum ein gefährliches Geschoss, das mit einer Energie von umgerechnet mehreren Hundert Kilos Menschen gefährdet. Deshalb sollte man sich bereits vor dem Kauf mit der Frage beschäftigen, wie man den Baum sicher nach Hause bringt und wie man diese weihnachtliche Ladung sichert.

 

Nicht nur einige Onlinehändler, sondern auch so mancher andere Verkäufer, Fach- oder Baumarkt liefert auf Wunsch die Weihnachtsbäume mittlerweile direkt nach Hause. Der Vorteil für den Kunden: Er muss sich nicht um den Transport der sperrigen Bäume kümmern. Kleine Bäume sind in aller Regel unproblematisch und können oftmals von Hand getragen und zu Fuß nach Hause gebracht werden.

 

Wer seinen Baum allerdings mit dem eigenen Auto transportieren möchte, muss sicherstellen, dass die Ladung – und nichts anderes ist der Weihnachtsbaum im rechtlichen Sinne – auch fachgerecht gesichert ist. Denn ein falsch transportierter oder ungesicherter Christbaum kann nicht nur beschädigt werden, sondern – und dann wird es richtig problematisch – einen Unfall und in der Folge Personen- oder Sachschäden verursachen.

 

Transport im Koffer- oder im Autoinnenraum

 

Kleinere Bäume lassen sich oftmals im Kofferraum verstauen, wobei dies nach Angaben des Deutschen Verkehrssicherheitsrats e.V. (DVR) die sicherste Art des Transports ist. Allerdings sollte ein Transportnetz oder ein Transportsack verwendet werden, damit keine Zweige abbrechen, und natürlich muss der Baum auch entsprechend gesichert und beispielsweise mit Gurten verzurrt werden. Tipp: Die Verwendung einer Plane schützt den Teppich und die Polster und reduziert in der Folge den Reinigungsaufwand, wenn der Baum im Innenraum transportiert wird.

 

Verzurrt und gesichert werden muss der Baum auch, wenn er auf den Rücksitzen oder mit umgeklappter Rückbank und/oder Beifahrersitz im Innenraum transportiert wird. Außerdem ist darauf zu achten, dass durch den Baum die Sicht nicht eingeschränkt ist. Lässt sich die Heckklappe nicht schließen, muss diese so fixiert werden, dass sie sich während der Fahrt nicht komplett öffnet. Zudem sollte man dann die Fenster im Auto etwas öffnen, um eine Kohlenmonoxid-Vergiftung zu vermeiden, da die Gefahr besteht, dass bei einer geöffneten Heckklappe Abgase in das Wageninnere gelangen.

 

Sofern der Baum einen Meter oder mehr – maximal dürfen es 1,5 Meter sein – über die Rückstrahler des Fahrzeugs oder Anhängers hinaushängt, muss untertags eine hellrote Warnflagge oder ein Schild beziehungsweise ein hellroter, zylindrischer Körper angebracht sein. Bei Dunkelheit reicht dies nicht: Dann sind eine geprüfte Leuchte mit rotem Licht und ein Rückstrahler vorgeschrieben.

 

Transport auf dem Dach oder Anhänger

 

Das Autodach kann ebenfalls für den Transport genutzt werden, allerdings ist hierfür ein zugelassener Gepäckträger zu verwenden. Der Baum darf also nicht direkt auf das Autodach gelegt und transportiert werden – ganz abgesehen davon, dass in diesem Fall Kratzer unvermeidlich wären. Außerdem muss sichergestellt werden, dass sich der Baum, beispielsweise bei einer Vollbremsung oder einem Unfall, nicht selbstständig macht. Zur Fixierung empfehlen sich reißfeste Spanngurte.

 

Zudem darf der Baum die Sicht des Fahrers, beispielsweise durch herunterhängende Zweige, nicht beeinträchtigen und natürlich dürfen auch Lichter und das Kennzeichen nicht verdeckt sein. Die Spitze des Baums sollte übrigens nach hinten gerichtet sein. So ist die Gefahr reduziert, dass durch den Fahrtwind Zweige abgerissen werden. Zu beachten sind ferner gewisse Größenbeschränkungen: Das Fahrzeug darf zusammen mit dem Baum beispielsweise nicht breiter als 2,55 Meter und nicht höher als vier Meter sein.

 

Eine gute Transportmöglichkeit ist ein Anhänger, wobei auch hier darauf zu achten ist, dass der Baum entsprechend gesichert ist und nicht im Hänger hin und her rollt. Sollte der Baum über den Hänger hinausragen, gelten die gleichen Längenbeschränkungen und Kennzeichnungspflichten wie beim Auto: Maximal darf die Fahrzeugladung also 1,50 Meter überstehen. Übrigens: Wer seinen Weihnachtsbaum nicht sicher transportiert, riskiert ein Bußgeld in Höhe von bis zu 75 Euro und die Eintragung eines Punktes im Flensburger Fahreignungsregister (FAER).